Streuobst von Dirk

 Meine Apfelsorten 
Berlepsch
Die Goldreinette Freiherr von Berlepsch (um 1880) ist ein Tafelapfel. Es ist eine Kreuzung zwischen Ananas Reinette und Ripston Pippin. Erntereife ist Ende September, Anfang Oktober. Der Vitamin-C-Gehalt ist sehr hoch (23,5 mg von 100g).
Braeburn
Der Braeburn wurde als Zufallssämling 1952 von O. Moran, einem Obstbauern aus Waiwhero in Upper Moutere Neuseeland in einer Hecke am Wegesrand aufgefunden. Benannt ist der Apfel nach den Braeburn Orchards, welches der Ort des ersten kommerziellen Anbaus war. Das Fruchtfleisch ist relativ hart aber sehr aromatisch. Braeburn eignet sich als Tafelapfel,zum Kochen oder zum Backen. Er ist ideal für Kompott, Obstsalat und Saft. Der Braeburn ist ernte- und genussreif Mitte bis Ende Oktober.
Brettacher
Brettacher Gewürzapfel oder Brettacher Sämling (um 1900). Die lokale (Süddeutschland) Apfelsorte wurde als Zufallssämling in Brettach entdeckt (heute Teil von Langenbrettach, BW). Guter Lagerapfel, robuster Baum. Erntereif im Oktober, ab Dezember genussreif.
Elstar
Elstar wurde 1955 in den Niederlanden am Institut für gärtnerische Pflanzenzüchtung in Wageningen gezüchtet und 1972 ins Zuchtbuch eingetragen. Elstar ist eine Züchtung aus Golden Delicious und Ingrid Marie. Ernte ist von Anfang bis Ende September. Im Kühllager ist er bis etwa Ende November haltbar. Der Apfel ist nach der Ernte sofort genussreif.
Gewürzluike
Die Gewürzluike ist ein Zufallssämling (1885). Plückreife ist Mitte bis Ende Oktober. Sie wird als Tafel-, Back- und Mostapfel verwendet. Der Baum hat eine überdurchschnittliche Verzweigungstendenz, welche leicht zu dichten, schlecht belichteten Kronen führen kann. Dichte Kronen stark auslichten.
Glockenapfel
Der Glockenapfel (1865, Weißer Winterglockenapfel, Altländer Glockenapfel, Schweizer Glockenapfel, Echter Glocken) ist ein guter Tafelapfel, Lagerapfel (besonders für Kühllagerung geeignet) und zum Backen geeignet. Der Apfel ist im Oktober pflückreif. Der Baum neigt zur Verkahlung (durch Schnitt korrigieren). Neigt zur Alternanz. Früchte drücken sich gegenseitig vom Baum durch die kurzen Stiele.
Gravensteiner
Der Gravensteiner (Grafensteiner, 1669) ist Mitte August bis September erntereif. Die Äpfel reifen ungleichmäßig. Ungekühlt nicht lagerfähig, stoßempfindlich. Der Baum hat einen kräftigen Wuchs bis ins Alter. Die Leitäste setzen flach an. Im Kroneninneren kann eine leichte Verkahlung auftreten. Der Apfel schmeckt gut als Apfelmus, eignet sich zum Trocknen, zu Apfelsaft und Obstbrandwein. Die Blüten sind frostempfindlich. Bei schwachem Behang neigen die Äpfel zu Stippe. Der Baum hat eine starke Alternanz. Bei starkem Behang leidet die Qualität der Früchte, starkes Ausdünnen hilft.
Jakob Fischer
Jakob Fischer (Rottum 1903, Schöner vom Oberland) ist sowohl Tafelapfel als auch zum Einmachen, Backen, Entsaften und für Kompott geeignet. Die Früchte sind Ende August, Anfang September pflückreif und neigen zu Fruchtfall. Sie sind nur wenige Wochen lagerbar. Die Langtriebe sind peitschenartig.
James Grieve
James Grieve (Grieve, Jems Griev, Dzems Griw, 1880 aus Edinburgh in Schottland) wird ab Juli als Küchenapfel genutzt und ab September als Tafelapfel geerntet. Die Blüten sind gegen Spätfröste resistent. Manchmal ist das Fruchtfleisch stippig, besonders wenn die Äpfel früh geerntet werden. Der Baum hat fast keine Alternanz und trägt jedes Jahr gleichmäßig. Eine Ausdünnung nach dem Junifruchtfall sorgt für größere Früchte. Der Apfel eignet sich gut zum Brennen und für Saft. Die Ernte beginnt Anfang August bis in den September. Zur Erntezeit fallen die Äpfel leicht. Sie werden nicht gleichzeitig reif. Der Apfel ist ungekühlt schlecht zu lagern.
Jonagold
1943 in der Versuchsstation Geneva, New York, USA entstanden, seit 1968 im Handel. Ausgezeichnet lagerfähig; blüht mittelfrüh, ist mittel frostempfindlich, die Pflückreife ist Anfang Oktober, wenig Fruchtfall Genussreife ist Ende Oktober bis Januar; Ertrag früh einsetzend; sehr saftig, süss mit feiner Säure, aromatisch; kühl bis März lagerfähig, grosse Früchte neigen zu Fleischbräune
Kaiser Wilhelm
Der Kaiser Wilhelm ist eine alte Apfelsorte (1864), früher hieß die Sorte "Peter Broich". Die Sorte wird Ende September geerntet und ist von Ende Oktober bis April genießbar. Sie hat ein wohlschmeckendes, himbeerartiges Aroma. Das anfangs feste Fruchtfleisch wird im Laufe der Lagerung mürbe. Dies wurde in der Vergangenheit aufgrund der schlechten Zahnqualität eher gern gesehen. Bei mir hat der Baum einen sehr starken Wuchs.
Klarapfel
Der Weiße Klarapfel (Johannisapfel, Jakobiapfel, Augustapfel, Sommerscheibe, Kornapfel, Weizenapfel, Haferapfel, Jörgapfel und Ährenapfel, Pomme de Raval) ist eine alte Tafelobstsorte (aus Riga in Lettland, seit 1844 in Deutschland verzeichnet). Er hat eine sehr frühe Genussreife ab Mitte Juli. Er ist kaum (2 Wochen, dann verliert er den Geschmack und wird mehlig) lagerfähig und sehr druckempfindlich. Er eignet sich bestens für Apfelmus und Apfelstrudel. Die Triebe des Baumes sollten kurz gehalten werden, sonst gibt es nur kleine Früchte. Bei trockenen Böden werden Blätter und Triebe stark von Mehltau befallen.
Öhringer Blutstreifling
Zufallssämling, in Öhringen entstanden, 1907 erstmals beschrieben. Guter Lagerapfel. Pflückreife Mitte Oktober. Sehr schorfanfällig, auch Zweiggrind: Beim winterlichen Obstbaumschnitt sollte man Äste mit schorfig aufgerissenen Rindenpartien entfernen, da im zeitigen Frühjahr auf dem abgestorbenen Rindengewebe Schorfsporen gebildet werden, die schon sehr früh die sich gerade entwickelnden Blätter befallen. Der Baum verzweigt sich schlecht und verlangt einen kurzen Schnitt. Bei nährstoffarmen und trockenen Böden zu viele kleine Früchte.
Ontarioapfel
Der Ontarioapfel ist ein Tafelapfel (USA 1874, Kreuzung von Northern Spy und Wagenerapfel). Diese Sorte fruchtet auch in frostigen Jahren, da die Blüten ungewöhnlich frosthart sind. Das Holz ist frostempfindlich. Er ist Mitte Oktober bis Anfang November pflückreif. Er muss gelagert werden bis er genussreif ist. Gute Lagerfähigkeit. Geeignet zum Backen und für die Saftherstellung.
Pinova
Pinova (1965, auch Pinata, Sonata oder Corail) ist eine Apfelsorte, die aus der Kreuzung von Golden Delicious und Clivia entstanden ist. Clivia wiederum ist eine Kreuzung aus Geheimrat Dr. Oldenburg und Cox Orange. Gezüchtet wurde sie am Institut für Obstforschung in Dresden-Pillnitz (von Heinz Murawski, J. Schmadlak, Manfred Fischer und Christa Fischer). Die Frucht ist klein bis mittelgroß. Die Grundfarbe ist gelb, die Deckfarbe ist ein leuchtendes orangerot und bildet sich erst im Verlauf des Reifeprozesses immer stärker heraus. Das grobzellige Fleisch ist fest, saftig, süßsäuerlich, aromatisch und würzig. Die Sorte ergibt sehr gute Tafeläpfel, die auch zum Kochen und Backen geeignet sind. Der Ertrag setzt früh ein und ist sehr hoch und regelmäßig ohne Alternanz. Pinova bevorzugt sonniges, warmes Wetter, jedoch kein Weinbauklima. Die Blüte beginnt ab Mitte April und dauert fast bis Mitte Mai. Der Pinova ist anfällig für Mehltau. Das oft beschriebene Ausdünnen bei starkem Fruchtansatz bei meinem Hochstamm habe ich noch nicht gelöst.
Schöner aus Boskoop
Im Deutschen meist Boskop genannt (1856), früher Reinette von Montfort. Erntereif Ende September und sehr gut lagerbar. Eignet sich hervorragend für Apfelringe mit dem Dörrautomat aber auch zum Backen (Bratapfel)und als Apfelpfannkuchen. Für manche Apfelallergiker ist diese alte Sorte genießbar. Trotz des säuerlichen Geschmacks hat der Boskop einen hohen Fruchtzuckeranteil. Er ist deshalb nicht für Diabetiker geeignet. Eignet sich zum Brennen.
Topaz
Topaz (oder Topas) ist eine Apfelsorte, die 1984 in Tschechien gezüchtet wurde. Saftig und aromatisch leicht süß-säuerlich, die Schale ist bei mir sehr fest. Topaz ist in guten Lagen ab Ende September, normalerweise ab Mitte Oktober pflückreif und ab Anfang Dezember genussreif. Im Kühllager hält sich Topaz bis in den März. Die Neigung zur Nachblüte ist bei meinem Baum sehr stark und kann zu Feuerbrand führen.
Transparent aus Croncels
Transparent aus Croncels (oder einfach Transparent) entstand in der Baumschule Baltet in Croncels bei Troyes in Frankreich und ist seit 1869 im Handel erhältlich. Die Sorte hat mehrere synonyme Bezeichnungen: 'Apfel aus Croncels', 'Croncels', 'Durchsichtiger von Croncels', 'Eisapfel von Croncels', 'Rosenapfel von Croncels' und 'Transparent von Croncels'. Die Blüten entwickeln sich endständig an Kurztrieben oder seitlich an ein- und zweijährigem Langtrieben und sind frost- und witterungsunempfindlich. Die mittelgroße bis sehr große Frucht wird 80 mm breit und 67 mm hoch und erreicht ein Gewicht von 195 Gramm. Die glatte, trockene bis schwach fettige, mitteldicke und feste Schale ist grünlichgelb bis rötlichgelb gefärbt und hellorange bereift. Das gelblich bis hell lachsgelbe Fruchtfleisch ist locker, beinah schaumig, mittelfeinzellig, saftig, zart süß-säuerlich und abhängig vom Standort wenig bis feinaromatisch. Die Pflückreife beginnt Ende August und geht bis Mitte September. Die Genussreife reicht von September bis Oktober. Der Apfel ist sehr druck- und transportempfindlich und nicht länger als einen Monat lagerfähig. Er ist bei Bäckereien ein gesuchter Kuchenapfel.
Zabergäurenette
Die Zabergäurenette (Zabergäu oder Hausener Graue Renette) erhielt ihren Namen vom Zabergäu. Sie entstand 1885 in Hausen an der Zaber als Zufallssämling. Die Schale ist ledrig und grün, sonnenseitig auch rötlich, was aber aufgrund einer sehr starken Berostung meist nicht zu sehen ist. Die Farbe wechselt im Lager ins Gelbliche. Die im Oktober reifenden Früchte sind sowohl als Tafelapfel als auch zum Kochen, Backen oder Mosten geeignet. Haltbar sind die Früchte bis in den März, werden dann jedoch mürbe und trocken.


 Meine Birnensorten 
Conference
Conference ist eine alte Birnensorte (1894 vom englischen Züchter Thomas Francis River). Ab Mitte September pflückreif. Ich würde in meiner Gegend (Süddeutschland) von dieser Sorte abraten (bei Neupflanzungen). In zunehmend heißen Sommern (2003, 2018) kommt diese Birne bei mir nicht mit der Hitze zurecht. Es folgt eine Braunfärbung der Blätter und frühzeitiger Laubfall. Die Knospen sind davon nicht betroffen.
Gräfin von Paris
Die Gräfin von Paris (Comtesse de Paris) ist eine Züchtung von 1884 in Frankreich. Sie ist eine Tafel- und Kompottbirne (auch zum Einmachen und für Saft geeignet). Unreif ist sie trocken und griesig. Erntereif im Oktober - alle Früchte fallen dann schnell vom Baum. Benötigt gute Düngung, ist sehr fruchtbar. Pflückreife Mitte Oktober. Genussreife November.
Gellerts Butterbirne
Gellerts Butterbirne wurde um 1820 von M. Bonnet in Frankreich gefunden und gelangte unter dem Namen ‘Beurré Hardy’ – benannt nach dem damaligen Direktor des Jardin du Luxembourg – in den Handel. In Deutschland wurde sie 1838 von Oberdieck Gellerts Butterbirne oder kurz Gellert benannt. Der Baum wächst besonders in der Jugend sehr robust und stark, wodurch er als Hochstamm schnell eine sehr ausladende Krone entwickeln kann, die einen guten, pyramidenartigen Aufbau erfordert. Wegen dieser Starkwüchsigkeit wird sie im modernen, intensiven Anbau ungern verwendet, eignet sich aber gut als Stammbildner oder für Streuobstwiesen. Die Blätter sind auffallend dunkelgrün und entlang der Mittelrippe schiffartig gebogen. Es handelt sich um eine exzellente Tafelbirne, deren Früchte mittelgroß bis groß, stumpfkegelig (abgestumpft-kegelförmig) und grünlichgelb, später gelb gefärbt sind. Die Länge variiert von 75 bis 90 mm bei einem Gewicht der einzelnen Frucht von 130 bis 200 g. Der Stiel ist kurz und dick, Stiel- und Kelchgrube nur schwach ausgeprägt. Die ganze Frucht ist fein berostet. Sonnenseits sind sie meist bronzeorangerot. Das Fruchtfleisch besitzt eine gelblichweiße Farbe, ist sehr saftig schmelzend und leicht aromatisch. Die Schale ist auch bei der Reife dick und hart. Gellerts Butterbirne wird ab Anfang September reif und kann sofort verzehrt oder bis Oktober gelagert werden. Für längere Lagerung, etwa im Kühllager, ist sie nicht geeignet. Diese Sorte stellt keine großen Ansprüche an den Standort und kann ein sehr hohes Alter von 100 Jahren und mehr erreichen.
Gute Graue
Die Gute Graue (1675, Beurre gris, Graue Sommerbutterbirne, Graubirne, Grisbirne, Schöne Gabriele, Sommer-Ambrette) ist eine robuste Tafelbirne. Deutliche Alternanz, kann von Ende August bis Mitte September geerntet werden. Zum Dörren geeignet, nicht lagerfähig.
Köstliche von Charneux
Die Köstliche aus Charneux (Kostliche von Charneau, Legipont, Grashoffs Leckerbissen, Fondante de Charneu, Bürgermeisterbirne) ist eine alte Birnensorte, die als Zufallsämling um ca. 1800 in Charneux entstand (Herve, Belgien). Sie ist Ende September pflückreif und nach ungefähr 3 Wochen genussreif.
Pastorenbirne
Die Pastorenbirne (Flaschenbirne, Caßlerbirne, Glockenbirne, Frauenschenkel, Zapfenbirne, Cure, Poire de Cure, Poire de Clion) wurde 1760 von einem französischen Pfarrer Leroy im Wald aufgefunden. Die großen Früchte brauchen Windschutz, Pflückreife Ende September, genussreif ab November.
Wahlsche Schnapsbirne
1970 in Schwäbisch Hall-Hessental von Erich Wahl entdeckter Zufallssämling. Starkwüchsig mit breitpyramidaler Krone; gesundes, hellgrünes, glänzendes Laub. Knapp mittelgroße, rundliche Früchte mit gelblich-weißem, feinzelligem Fleisch. Sehr süß und aromatisch, fast ohne Gerbstoffe. Ausgezeichnete Brennsorte mit reichlicher Alkoholausbeute; Reife: Ende August bis Mitte September. Wird schnell innen braun und mehlig.
Williams Christ
Der ursprüngliche Name der Frucht ist Bon-Chrétien Williams, in den USA und Kanada wird sie Bartlett genannt. Die ältesten Nachweise der Birnensorte Williams Christ gehen bis etwa 1770 (England) zurück. Benannt wurde die Sorte nach ihrem ersten Verbreiter, dem Baumschuler Williams aus London. Der Baum wächst mittelstark mit pyramidalem, etwas sparrigem Kronenaufbau. Die Blätter sind groß, der Rand ist schwach gesägt und aufwärts gebogen. Die Blütezeit ist mittelspät. Schon junge Bäume tragen Früchte, der Ertrag ist regelmäßig und groß. Allerdings ist der Baum anfällig für Schorf und Feuerbrand, einzelne Zweige können im Winter zurückfrieren. Die diploide Sorte benötigt eine andere Sorte zur Befruchtung, geeignet sind etwa Conference, Gellerts Butterbirne und Clapps Liebling, nicht geeignet ist die Sorte Gute Luise. Verwendet wird die Sorte Williams Christ als Tafelobst, als Konserve, sowie zur Herstellung von Obstbrand und Likör.


 Pflaumen, Zwetschgen, Mirabellen 
Hauszwetschge
Die Hauszwetschge ist erntereif in den ersten beiden Septemberwochen. Kann zum Verzehr, als auch zum Kochen, Backen, Dörren und Schnapsen verwendet werden. Von der Hauszwetschge gibt es verschiedene Typen, die sich durch unterschiedliche Reifezeiten und Fruchtgrößen auszeichnen.
Mirabelle von Nancy
Die Mirabelle von Nancy ist eine sehr ertragreiche Sorte der Mirabelle (1490, Frankreich). Sie ist auch bekannt unter den Bezeichnungen Mirabelle aus Nancy, Nancy Mirabelle, Glänzende gelbe Mirabelle, Goldfarbige Pflaume, Große Mirabelle, Drap d'Or und Mirabelle Double. Reifezeit ist Mitte August bis Anfang September. Sie ist selbstfruchtbar. Die Mirabelle von Nancy eignet sich für den Sofortverzehr und gilt als hervorragende Kuchen- und Einkochsorte, wird aber auch für die Herstellung von Konfitüre und Schnaps verwendet.
Ontario Pflaume
Pflaume von 1874 (USA). Pflückreife Anfang, Mitte August. Zuerst schlecht steinlösend, bei voller Reife gut lösend. Zum Frischverzehr und Einmachen geeignet.
Reneclaude
Reneclaude (Reineclaude, Reneklode, Ringlotte, Ringelotte, Ringlo). Am liebsten wächst diese Pflaume an einem sonnigen und windgeschützten Standort. Ein feuchter und kalkhaltiger Boden sorgt hohen Ertrag. Die Blüten sind sehr frostempfindlich. Erntezeit Mitte Ende Juli. Verwendung zum Frischverzehr, für Marmeladen, Gelee, zum Backen und für Liköre. Bei Zimmertemperatur hält sich sich diese Pflaumensorte wenige Tage, im Kühlschrank bis zu einer Woche. Reneclauden kann man auch einfrieren. Dafür die Früchte aufschneiden, entkernen und im Gefrierbeutel ins Tiefkühlfach legen.
Zwetschge Ruth Gerstetter
Die Zwetschge Ruth Gerstetter entstand 1920 in Besigheim (BW) aus einer Kreuzung der Sorten „The Czar“ und „Bonne de Bry“. Ruth Gerstetter ist so früh wie keine andere Sorte und hat große, ovale Pflaumen mit säuerlich-dezentem Aroma. Sie bevorzugt warme, geschützte Standorte. Gut steinlösend. Auch zum Backen geeignet. Reifezeit: Mitte Juli. Die Sorte ist Scharka-tolerant und selbststeril. Die Blüte ist frostempfindlich.
 Pflege 
Baumschnittkalender (inklusive Schnitt und Rückschnitt von Weinreben, Kiwi)
Januar bis Ende Februar: Apfel, Birne und Quitte Winterschnitt, wenn man Holzwuchs möchte.
Februar bis Ende März: Feige bei Bedarf zurückschneiden. Nur die Äste, die sich behindern oder wenn der Baum innen kahl ist. Reben und Kiwi schneiden, 2 bis 3 Augen lassen, nicht zu spät, sonst starkes Bluten
März: Maulbeeren schneiden, jetzt besitzt der Baum eine gute Wundheilung. Pfirsich und Nektarine schneiden bis zum rosa Stadium der Blüte (bevor die Blüte aufgeht), jetzt gute Wundheilung. Hängendes Holz entfernen. 2 bis 3 echte Fruchttriebe stehen lassen (bei kräftigen Trieben auch mehr), keine falschen Fruchttriebe stehen lassen (Frucht braucht Blatt zur Versorgung), wenn Trieb nicht für das Wachstum gebraucht wird. Pflaumen, Mirabellen vor Austrieb Schnitt möglich, besser jedoch im Sommer schneiden, direkt nach der Ernte (bessere Wundheilung)
April: Sauerkirschen schneiden
Juni bis Ende Juli: Weinreben zurückschneiden, Süßkirschen nach der Ernte schneiden, Juniriss bei Apfel und Birne von nicht verholzten Jungtrieben
Juli bis Ende August: Sommerschnitt von Pflaumen, Mirabellen, Aprikose, Quitte, Sauerkirsche, Apfel, Birne, wenn man eher Frucht als neues Holz möchte
August bis Ende September: Pfirsiche schneiden. Walnuss schneiden (nur bei Bedarf, z.B. wenn die Bäume in den Feldweg wachsen)
Dezember: Reiser schneiden für Apfel, Birne, Quitte
Wenn nach einem Frost im Frühjahr viele Bäume kein Obst tragen, dann bilden sich sehr viel Holz und viele Fruchtansätze. Bei ausbleibendem kräftigen Rückschnitt würden die Bäume im Folgejahr Astbruch (wegen des Fruchtbehangs) erleiden (Äpfel, Birnen und Pflaumen). So geschehen bei mir 2017 (Frost im späten Frühjahr) und 2018 (Astbruch erst bei Äpfeln, dann bei Pflaumen). Die Komponente Trockenheit verstärkte den Astbruch 2018 noch.

Mähen
Ich mähe zwei Mal im Jahr, das erste Mal Mitte bis Ende Juni. Größere Baumscheiben mähe ich bei Bedarf mit der Sense schon vorher, bevor das Gras in die untersten Äste der Hochstämme einwächst. Kleine Baumscheiben halte ich frei von Wuchs. Das zweite Mal mähe ich Ende August (vor der Hauptapfelernte). Beim Mähen habe ich das Mähwerk auf höchster Stufe ca. 8cm über dem Boden (kein englischer Rasen, sondern eine Wiese).
Leider mulche ich derzeit noch alle meine Flächen, ein Doppelmessermähwerk war mir seither zu teuer.
Pflanzen der Obstbäume (mit Pfahl und Verbissschutz)
März: Aprikosenbäume pflanzen
Oktober: Apfel- Birnbäume, Pflaumen, Quitten pflanzen
Veredeln
April: Pfropfen von Apfel, Birne, Zwetschge (mit dem Mittelteil der Reiser)
Juli bis Ende August: Äpfel, Birnen, Pflaumen okulieren mit Knospen von frischen, kräftigen Reisern (Mittelteil)
August: Okulieren von Kirschen
Dezember: Um Weihnachten Reiser schneiden (in der Wachstumsruhe). Lagern der Reiser in einem dunklen, kühlen Eck außerhalb (Norden) des Hauses. An der Schnittstelle der Reiser ein feuchtes Tuch, das feuchte Tuch in eine Tüte verpackt, damit das Tuch nicht austrocknet, den Rest der Reiser unbedeckt lassen.
 Quellen 
Wikipedia
Farbatlas alter Obstsorten, Walter Hartmann
BUND Lemgo
Hans-Thomas Bosch, Naturgemäße Kronenpflege am Obsthochstamm